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Joseph Nguyen, ein Bestsellerautor, dessen Bücher in über 30 Sprachen übersetzt wurden, war lange Zeit in einem inneren Kampf gefangen. Angst, Frustration, Reizbarkeit, Leere – das waren seine ständigen Begleiter.
Er wollte unbedingt ausbrechen. Also versuchte er alles: Selbsthilfe-Methoden, Therapie, neue Morgenroutinen (inklusive 4 Uhr aufstehen!), Ernährungsumstellungen, spirituelle Retreats, die Ratschläge bekannter Coaches … und trotzdem gestand er sich irgendwann ein:
„Ich war noch verlorener als zuvor. Hoffnungslos, ohne Richtung, ohne Sinn.“
Die Wende kam, als ein Mentor ihm eine neue Perspektive aufzeigte. Anstatt im Außen weiterzusuchen, sollte er seine eigene Denkweise hinterfragen – mit frischen Augen. Nguyen folgte diesem Rat und begann einen inneren Prozess, der ihn schließlich zu einer tiefgreifenden Erkenntnis führte.
Diese Erkenntnis teilte er später in seinem Buch „Hör auf zu glauben, was du denkst – Der einfache Weg für Ruhe im Kopf“ – ein weltweiter Bestseller, der bereits tausende Menschen berührt hat.
Während der intensiven Selbstfindung beobachtete Nguyen seinen inneren Zustand ganz genau. Er stellte dabei fest, dass es durchaus einige wenige Momente voller Ruhe und Klarheit gab – doch dann kamen wieder Unruhe, Angst, Ärger. Warum?
Er begann zu analysieren, was den Unterschied zwischen diesen beiden Zuständen ausmachte – und stieß dabei auf eine zentrale Erkenntnis: den fundamentalen Unterschied zwischen Gedanken und Denken:
- Gedanken (Substantiv) entstehen spontan – manchmal sogar mit kreativen Impulsen.
- Denken (Verb) ist das, was wir mit diesen Gedanken tun: Wir analysieren, bewerten, drehen sie im Kreis.
Einfach gesagt: Gedanken kommen – aber Denken ist unsere Reaktion darauf.
Nguyen ist überzeugt: Viele emotionale Leiden entstehen nicht durch die Gedanken selbst, sondern durch das übermäßige Denken darüber. Das ständige Grübeln erzeugt Stress, Angst und Unzufriedenheit.
Und das ist nicht einmal unsere Schuld. Unser Gehirn ist evolutionsbedingt darauf programmiert, Gefahren zu erkennen. Die sogenannte „Negativitätsverzerrung“ sorgt dafür, dass wir uns mehr auf Probleme als auf Freude fokussieren. Früher war das überlebenswichtig – heute macht es uns oft unglücklich. Oder wie es ein anonymer Spruch ausdrückt:
„Ich habe mich schon millionenfach aus dem Glück herausgedacht – aber noch nie hineingedacht.“
Da unser Denken von Natur aus nicht auf Erfüllung ausgerichtet ist, weist Nguyen auf einen kraftvollen Ansatz hin. Anstatt zu versuchen, uns durch Denken aus emotionalem Leid heraus zu manövrieren – was wäre, wenn wir einfach einen Schritt zurücktreten und für einen Moment mit dem Denken aufhören würden?
Es klingt fast zu einfach, um wahr zu sein. Aber probiere den folgenden Ansatz ein paar Mal in deinem Alltag aus – und du wirst merken, dass er wirkt. Er kann dir helfen, aus Phasen mentalen Leidens herauszufinden. Du wirst überrascht sein.
✅ Schritt 1: Nimm deinen inneren Zustand wahr
Wenn du dich ängstlich, genervt oder überfordert fühlst – halte kurz inne. Nicht die Situation ist das Problem, sondern vielleicht dein Denken darüber.
✅ Schritt 2: Schaffe Abstand zum Denken
Sage dir: „Ich erlebe gerade diese Gedanken und Gefühle – aber ich muss nicht mit ihnen mitgehen.“
Betrachte es wie ein Muskeltraining im Fitnessstudio: Pausen gehören dazu. Auch dein Geist darf mal durchatmen.
✅ Schritt 3: Mach eine Denkpause
Statt weiter zu grübeln, bring dich zurück ins Hier und Jetzt:
- Atme langsam und tief – das beruhigt dein Nervensystem.
- Stell dir vor, du pustest deine Gedanken in einen Luftballon, der immer weiter davonschwebt.
- Spüre die warme Tasse Tee in deiner Hand, höre die Geräusche um dich, schau dich bewusst um oder riech einmal ganz tief an deinem Kaffee.
- Beweg dich – ein kleiner Spaziergang oder Dehnen unterbricht das Gedankenkarussell.
- Wenn du magst, kauf dir eine kleine einminütige Sanduhr als Erinnerung, regelmäßig bewusst innezuhalten.
✅ Schritt 4: Lass Klarheit von selbst entstehen
Wenn dein Geist zur Ruhe kommt, zeigen sich Antworten oft ganz von allein. In der Pause entsteht Raum für Intuition, Kreativität – und inneren Frieden. Vielleicht magst du auftauchende Erkenntnisse in den jeweiligen Momenten spontan notieren, z. B. in Trello oder einem Notizbuch.
Versuche in den nächsten Tagen, Nguyens Ansatz im Alltag anzuwenden. Immer wenn du dich ängstlich, frustriert oder emotional aus dem Gleichgewicht fühlst: Achte auf dein Denken.
- Nimm einen Schritt Abstand – beobachte, ohne dich hineinzuziehen.
- Wende eine der obigen Techniken an, um eine Denkpause einzulegen.
- Und beobachte, wie sich mit der Zeit mehr Ruhe, Klarheit und Leichtigkeit in deinem Alltag zeigen.
Nach und nach wirst du vielleicht entdecken, dass innerer Frieden nichts ist, dem du hinterherjagen musst. Er entsteht ganz von selbst – wenn “du aufhörst zu glauben, was du denkst”.
Cheerio
Joerg
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