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Mit dem Frühling wird nicht alles heller

Joerg Kuehn · Apr 27, 2026 · Leave a Comment

Anfang April bin ich für eine Tageswanderung in den Süden Englands gefahren. Dabei ist etwas passiert, das mich noch länger beschäftigt hat … und mich im Nachhinein wirklich überrascht hat.

Ich war seit dem frühen Morgen auf dem South-Downs Weg unterwegs, an einem ruhigen und sonnigen Frühlingstag, und bin langsam in Richtung der berühmten Seven Sisters marschiert. Das ist eine wunderschöne, aber auch recht anspruchsvolle Strecke von etwa 10 Kilometern entlang der spektakulären weißen Klippen, mit ständigem Auf und Ab.

Die Wanderung endet in der Nähe von Eastbourne an einem Ort namens Beachy Head, wo sich ein wunderschöner Leuchtturm befindet. Doch ich sollte bald erfahren, dass dieser Ort auch eine tragische Geschichte hat.

Als ich mich Beachy Head in der Abendsonne näherte, bin ich ein kleines Stück über das Geländer geklettert, um einen besseren Blick auf den Leuchtturm unter mir zu bekommen—einfach aus Neugier und um ein Foto zu machen.

Da hatte ich plötzlich das Gefühl, dass mich jemand beobachtet.

Ich bemerkte ein Auto hinter mir. Ganz offensichtlich kein Polizeiauto, eher eine Art Streifenfahrzeug. Es hatte verlangsamt, und die Insassen schienen mich genauer anzusehen. Das Auto war noch etwa 80 bis 100 Meter entfernt, sodass ich nichts Genaues erkennen konnte, aber ich fühlte mich beobachtet. Ich stieg wieder zurück über das Geländer, und kurz darauf fuhr das Auto weiter.

Ich habe mir zunächst nichts weiter dabei gedacht—bis ich das gleiche Auto später noch einmal sah, als ich in Richtung Eastbourne weiterging. Dieses Mal fiel mir die Aufschrift auf: The Beachy Head Chaplaincy Team. Neugierig geworden, habe ich danach auf Google gesucht. Was ich herausfand, war bewegend.

Es wurde schnell klar, dass Beachy Head leider seit vielen Jahren ein bekannter Ort für Suizide ist. Laut dem Wall Street Journal galt er zeitweise sogar als der dritt-häufigste Ort weltweit—nach der Golden Gate Bridge in San Francisco und dem Aokigahara-Wald in Japan.

Da sich über die Jahre die Situation leider nicht verbesserte, beschloss Ross Hardy, ein christlicher Pfarrer und ausgebildeter Berater, im Jahr 2004 etwas dagegen zu unternehmen. Er gründete das Beachy Head Chaplaincy Team was auf deutsch auch mit Seelsorger Team übersetzt werden kann. Hardy hatte immer wieder das gleiche Muster gesehen: Menschen, die in großer innerer Not an die Klippen kommen … oft allein, oft ungesehen.

Seine Vision war einfach und gleichzeitig kraftvoll: „ein System zu schaffen die Menschen zu finden, bevor es zu spät ist und ihnen Nähe und Verständnis anzubieten—noch bevor es um Lösungen geht.“

Heute besteht das Team aus etwa 22 bis 24 speziell geschulten Seelsorgern, die meisten davon ehrenamtlich. Sie sind rund um die Uhr, das ganze Jahr über, an den Klippen präsent.

Seit der Gründung haben sie mit mehr als 7.500 Menschen gesprochen, das heisst über 400 Einsätzen pro Jahr. Im Laufe der Zeit sind die Suizidraten in der Region zurückgegangen und haben sich stabilisiert.

Was mich jedoch am meisten bewegt hat, war etwas anderes.

Wenn man sich die saisonalen Muster anschaut, zeigt sich, dass Suizide im Frühjahr und Frühsommer ihren Höhepunkt erreichen. Dieses Muster wurde über viele Jahre hinweg und in verschiedenen Ländern immer wieder beobachtet.

Ich hätte das Gegenteil erwartet.

Wir verbinden die dunklen, kalten Wintermonate oft mit Schwierigkeiten. Doch die Daten zeigen etwas anderes: Dass das Risiko sogar dann steigen kann, wenn die Welt wieder heller wird.

Eine mögliche Erklärung ist, dass die Energie schneller zurückkehrt als die Stimmung. Nach einem schwierigen Winter fühlt sich jemand vielleicht noch immer niedergeschlagen—hat aber wieder mehr Kraft, mehr Bewegung, mehr Impuls.

Vielleicht folgt unser inneres Erleben nicht immer den Jahreszeiten, die wir im Außen sehen …

Während die Welt also mit Licht, Wärme und einem Gefühl von Neubeginn erwacht, kann diese Zeit gerade jetzt für manche Menschen unerwartet schwer sein.

Als ich dort oben an den Klippen von Beachy Head stand, wurde mir im Nachhinein klar: In genau diesem Moment hatte jemand ein Auge auf mich. Jemand, der—wenn es nötig gewesen wäre—auf mich zugegangen wäre. Ruhig. Ohne Bewertung. Einfach, um zuzuhören.

Und das ist mich berührt.

Als ich an diesem Tag nach Hause kam, hatte ich das Bedürfnis, die kleine Geschichte mit dir zu teilen.

Denn genauso wie die Seelsorger mich an diesem Abend im Blick hatten, gibt es vielleicht auch in deinem Umfeld jemanden, dem es gerade nicht so gut geht—vielleicht sogar besonders in dieser Jahreszeit.

Vielleicht ist es ein Moment, um auf jemanden zuzugehen. Ganz sanft. Unterstützend. Ohne Bewertung. Ohne Druck. Einfach, um zuzuhören.

Oder vielleicht merkst du selbst, dass sich etwas gerade nicht ganz stimmig anfühlt, obwohl die Welt draußen heller und wärmer wird.

Wenn sich das vertraut anfühlt, dann darfst du wissen: Du bist nicht allein—auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Es gibt Unterstützung. Durch Freunde, durch ein offenes Gespräch, durch Menschen, die einfach da sind.

Lass uns hinschauen … und füreinander da sein.

Cheerio

Joerg

P.S. Wenn du neugierig bist, wer hinter dem Beachy Head Chaplaincy Team steht, kannst du hier mehr erfahren.

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Deutscher Blog depression, Familie, Freude, mit Stress umgehen, Positive Einstellung, Resilienz, Selbstverwaltung, Unterstützung

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